Zunderschwamm

Was ist ein Zunderschwamm und warum ist er in der Naturkosmetik so beliebt?

Was ist ein Zunderschwamm?

Der Zunderschwamm ist eine Pilzart aus der Artenfamilie der Polyporaceae. Das bedeutet, dass er Laubbäume befällt, die schon etwas geschwächt sind. Je nach Region befällt er hauptsächlich Buchen, Birken oder auch die Eiche. Er befällt die Bäume? Das klingt wie ein lästiges Ungeziefer. Der Vorgang heißt so, da der Pilz das Holz des Baumes zersetzt, um seinen eigenen Fruchtkörper zu bilden. Diese Gewächse können bis zu 30cm groß werden und bilden auf der Oberseite eine krustige Schicht.

Woher kommt der Name Zunderschwamm?

Der Name entstand, da das Material schon in der Steinzeit als Zunder, also zum Feuer machen genutzt wurde. Sogar Ötzi benutzte das Material als Zunder und wickelte das Feuer ebenfalls in das aus dem Pilz gewonnene Material, um es transportieren zu können. Aber warum denn dann nicht Zunderpilz? Nicht nur dieser Pilz wird nicht Pilz genannt, sondern Schwamm. Das liegt daran, dass Baumpilze oftmals als Schwämme bezeichnet werden, da sie die Eigenschaft besitzen, Wasser zu binden.

Medizinischer Einsatz

Der Einsatz in der Medizin begann schon früh und dauerte noch bis ins 19. Jahrhundert an. Denn der Schwamm wurde als antiseptische und blutungsstillende Wundauflage verwendet. Allerdings wurde er auch in der Gynäkologie, Zahnheilkunde und sogar bei Krebserkrankungen zur Behandlung verwendet. In Japan wurde der Pilz sogar als Tee verarbeitet, gegen Erkältungs- und Grippekrankheiten. Man könnte fast meinen, er wäre ein natürliches Allheilmittel. Die heilende Wirkung wurde 2016 von Guthmann in seinem Buch gut zusammengefasst:

Wundheilfördernd, blutstillend, entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, immunmodulierend.*

Einsatz für Textilien

Schon im Mittelalter wurde der Pilz auch für die Textilherstellung verwendet. Das Obermaterial nennt sich auch Pilzleder, da es eine lederartige Beschaffenheit hat, nicht wie klassisches Leder, eher eine Mischung aus Wildleder und Filz. Die Technik der Herstellung ist sehr traditionell und nicht mehr überall zu finden, eher an wenigen Orten, wo die Tradition noch besteht. Daher kann man Hüte oder andere Kleidungsstücke besonders in Rumänien heute noch in Touristen-Shops erwerben.

Der Zunderschwamm in der Naturkosmetik

Heutzutage entwickelt sich ein neuer Trend mit dem Zunderschwamm: Die Verwendung in der Naturkosmetik. Der Wirkstoff 1,3/1,6-Beta-D-Glucan-Chitin-Melanin kann durch die moderne Forschung aufgereinigt werden, damit dadurch ein Stoff entsteht, der in der Naturkosmetik viele Vorteile bietet. Die Wirkstoffe des Zunderschwammes sorgen für eine Unterstützung gestresster und sensibler Haut. Auch ein Anti-Aging Aspekt wird mit dem Wirkstoff in die Produkte aufgenommen. Aufgrund der Eigenschaften des Pilzes wirken die Produkte optimal bei entzündeter Haut, Juckreiz und helfen erheblich bei der Hautregeneration. Durch die Beschaffenheit der Kosmetikprodukte kann der Wirkstoff antioxidativ wirken und sogar freie radikale binden. Außerdem wird nicht nur, wie früher in Japan, das Immunsystem dadurch gestärkt, sondern eben auch das Abwehrsystem der Haut.

Sie finden natürlich noch reichlich mehr Informationen zu dem Zunderschwamm im Internet. Hier war ein kleiner Überblick für Sie, was der Zunderschwamm überhaupt ist und was er in der Naturkosmetik zu suchen hat.

*Jürgen Guthmann: Heilende Pilze - Die wichtigsten Arten der Welt im Porträt. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2016, ISBN 978-3-494-01669-6
Bildquelle: Pixabayuser anaterate

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